Ich beim Bund :-)

Meinen Grundwehrdienst leistete ich vom 1.7.2000 bis zum 30.4.2001 im 11./Luftwaffenausbildungsregiment 1 in Heide ab.

Heide liegt von Magdeburg ausgesehen irgendwo 379,2 km in Richtung Nordwesten (Hamburg). Soweit also zur heimat nahen Verwendung bei der Bundeswehr. Aber es ist kein Problem jeden Freitag und Sonntag ca. 3 1/2h in einem völlig überfüllten Zug der Deutschen Bahn AG zu verbringen. Aber ich kann mich daran erinnern das ich auch 2-3x in den 2 Monaten einen Sitzplatz hatte und der war sogar auf einem Stuhl und nicht auf dem Boden.

Dort im 11./LAR 1 lernte ich wie man sich als Soldat benehmen und handeln sollte. Man nannte die 11. auch die “Sunshinekompanie”.

Nachdem ich also 2 Monate meines Lebens da mit verbracht hatte mich anschreien zu lassen, wurde ich zur 2./Flugabwehrraketengruppe 36 nach Bremervörde versetzt. Bremervörde liegt ca. 290,2 km von Magdeburg in die gleiche Richtung wie Heide. Genau zwischen Bremen und Hamburg. Also eigentlich ja schon Heimatnah!

Naja, dass mit den Bahnfahrten war dasselbe übel, denn in einer Dienstleistungsgesellschaft wie unserer kann man schon mal 1-2h auf seinen Zug warten. Und auch sitzen muss man als junger Mensch bei einer 3h Fahrt ja nicht. Bloß ein Platz auf dem Gang zum Stehen, an dem man Luft holen kann wäre schön gewesen.

Auf jeden Fall wurde ich in der 2./FlaRakGrp 36 zum Fernmelder ausgebildet. Ich lernte dort den Umgang mit Funkgeräten und führte Wartungs- und Reparaturarbeiten durch. Auch durfte ich Dienst in der stellungseigenen Vermittlungsanlage tun. Diese bestand aus zwei schwarzen Kästen, die je nach Bedarf mit einer Leitung an deren Enden sich je ein 6,2mm Klinkenstecker befand verbunden wurden. Der Rest der Technik war durchaus moderner. So von ´65.

Die einzig neue und faszinierende Technik war die fahrbare Antennenmastanlage, kurz auch AMA genannt. Dazu gehörte auch noch ein Container auf einem LKW “CRG”, wo doch ziemlich neue Technik verarbeitet wurde. Diese beiden Komponenten sichern die Verbindung zwischen Stellung und Leitstelle, sowie den Datentransfer des Waffensystems.

Und der Rest war wie gesagt von ´65 und so sah es auch aus. Irgendwie hatte ich so das Gefühl, dass da an den falschen Stellen gespart wurde. Naja egal, nun wird der Standort Bremervörde eh geschlossen.

Sonst kann ich nur sagen, dass der Zusammenhalt zwischen Soldaten und Vorgesetzten sehr gut war.

Aber für mich persönlich gab es keinen Grund den Wehrdienst weiter zu verlängern.